"I'm doing more for the revolution by just walking down the street.."
Jackie Curtis - transsexual playwright, actor/actress, Warhol superstar
Finissage: Do. 18. März 2010, 19 U. Mit Artists Talk zwischen Sunshine Wong und J.Jackie Baier. Eintritt frei.
Kunstraum Richard Sorge freut sich die Ausstellung "Nocturnes" mit Fotografien aus dem Nachtleben von J.Jackie Baier präsentieren zu dürfen. Die umfangreiche Schau zeigt wichtige Arbeitsgruppen der Künstlerin, unter anderem auch ihr House of Shame Projekt. Wie andere Künstlern vor ihr, wird auch J.Jackie Baier eine spezielle Installation vor Ort erarbeiten.
Die Photographin J.Jackie Baier bewegt sich durch Berlin, vorwiegend bei Nacht, drinnen und draußen, in Bordellen, auf dem Transenstrich, auf Partys, in Bars.
Das Berlin der J.Jackie Baier ist ein Loch, der "Hallraum" eines Untergrunds, in dem die Party der zwanziger Jahre, der notorische "Tanz auf dem Vulkan", nie aufgehört hat.
Wer ihre Arbeiten betrachtet, wird allerdings kaum vermuten, an J.Jackie Baier sei eine "Party-Photographin" verloren gegangen. Ihr Blick bleibt nicht an der Oberfläche schöner Körper kleben, auch wenn die Menschen auf ihren Bildern Schönheit ausstrahlen - eine Schönheit, die in manchen Bildern das Schmerzhafte streift.
Das Bild des "Lochs", eines - mal gähnenden, mal lockenden - Abgrunds, in den zu stürzen jedenfalls Abwechslung in die öde Routine eines geradlinigen Mainstream brächte, durchzieht Baiers Arbeit dabei leitmotivisch.
"Ich bin als Transe nach Berlin gekommen, zu einer Zeit, als die ganze Stadt im Umbau war. Ich dachte: wo überall Löcher gegraben werden, kannst Du nicht falsch sein," sagt die Wahl-Berlinerin, die seit 1997 auch offiziell als Frau lebt.
Themen und Modelle findet J.Jackie Baier im Nachtleben, an den Rändern oder ganz abseits der gesellschaftsfähigen Events und Paraden der "Neuen Mitte". Die "misfits", die transsexuellen Huren und die Drag Queens, die in betonierten Kellern auf morschen Brettern ihren Traum vom wahren Leben träumen, durchziehen ihre Bilder wie Treibgut.
"J.Jackie Baier visualisiert Räume zwischen den Kulturen, in denen ihre Protagonist(inn)en, schonungslos eigene Geschlechtsmodelle ausprobieren. Egal, ob sie schön oder hässlich, gut oder böse, politisch korrekt oder inkorrekt sind," sagt W. Koppelman, Galerist von Agency Yorckberlin.
Zur Zeit arbeitet J.Jackie Baier an einem 90 minütigen (Musik-) Dokumentarfilm: HOUSE OF SHAME / CHANTAL ALL NIGHT LONG. Der Film befindet sich in der Postproduktion und wird im Frühsommer 2010 international gestartet.
Finissage: Donnerstag 18. März 2010, 19 U. Mit Artists Talk. Eintritt frei.
Ausstellungsdauer: 12.02 - 18.03.2010
Öffnungszeiten: Freitag-Samstag 14-18 Uhr, Wochentags: nach Vereinbarung. Eintritt frei.
Kunstraum Richard Sorge, Landsberger Allee 54, 10249 Berlin-Friedrichshain
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